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KdF- Seebad Prora, Hitlers Vision eines Erholungsgebietes für jederman

Bereits seit 1935 begann sich abzuzeichnen, dass die Grenze der Unterkunftsmöglichkeiten von „KdF (Kraft durch Freude)“-Reisen, insbesondere in der Saison, erreicht war. Nicht zuletzt galt es, die Aufenthaltskosten weiter zu senken, um so die Arbeiterbeteiligung zu erhöhen. Deshalb entschloss man sich dazu, eigene Ferienheime, Hotels, Seebäder und „KdF“-Schiffe zu bauen. Die Investitionspläne der Nationalsozialisten sahen 10 Seebäder, 60 „KdF“-Schiffe und 20 „KdF“-Hotels mit je 2.400 Betten vor. Dies war durchaus ein Ausdruck für den tatsächlich vorhandenen Bedarf an preiswerten Urlaubsangeboten, der sich seit der Weimarer Republik kontinuierlich ausdehnte.

Die geplante Kapazität sollte 20.000 Urlauber pro Durchgang von 10 Tagen bei einer Verlängerung der Saison auf 6-8 Monate betragen. Man hätte also jährlich mindestens 1,5 bis 2 Millionen Urlauber durch diese Bäder „schleusen“ können. Der Aufenthalt im neuen Seebad sollte pro Tag nur 2 RM kosten, und darin sollten auch sämtliche Nebenkosten, wie z. B. Kurtaxe, Strandkorb und auch Badeanzug, Badetuch etc., enthalten sein. Der Kriegsausbruch machte diese Pläne jedoch zunichte.

Erst kamen die Sowjets, dann die Nationale Volksarmee, während man nun an höchster Stelle noch um den »Koloss von Rügen« pokert, sind Ausstellungsmacher längst aktiv geworden. Seit 1992 gestalten sie eine Museumsmeile mit neun Ausstellungen in fünf Museen und Galerien. Allein das Museum zum Anfassen hat inzwischen 4.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche. Im Dokumentationszentrum Prora auf der zweiten Etage liegen die Räume der ehemals in Prora stationierten 16. Kompanie, stilgetreu rekonstruiert. Von der Blümchentapete bis zur benutzten Zahnbürste und dem Kunstdruck an der Wand - hier ist alles echt. Neben verschiedenen Museen gibt es hier noch einen Jugendzeltplatz, eine Diskothek und viel viel wei&szlich;en Strand.

In der KulturKunststatt Prora wird die Geschichte und Nutzung der "Kraft durch Freude"-Anlage objektiv dargestellt. Eine aufwändige Sammlung von Originalen, die originalgetreue Rekonstruktion der Räumlichkeiten macht den Besuch zum Erlebnis. Das Museum beschreibt nicht nur, es zeigt es auch! - Die KulturKunststatt auf 5.000 qm Ausstellungsfläche mit folgenden Einrichtungen: NS-KdF-Museum, NVA-Museum Prora, Rügen-Museum, Technik-Sonderausstellungen, Museumsfreundschaften, Bilder-Galerie, Motorradwelt der DDR, Wiener Kaffeehaus: www.kulturkunststatt.de.

Weiterführende Informationen: Das erste „KdF“ - Seebad Prora auf Rügen im Detail.

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Koloss in buntem Kunstgewand - Die längste Kunstmeile der Welt

Die längste Kunstmeile der Welt in Prora? Zumindest in die weltweit grö&szlich;te Open-Air-Galerie sollen sich die fünf Blöcke verwandeln – durch eine spektakuläre Verhüllungsaktion. Hinter der Idee soll der Dresdner Kunstförderer Arne Nowak stecken, der bereits etliche Aufsehen erregende Projekte verwirklicht hat.

Prora (OZ) Im Sommer könnte Prora Schauplatz der grö&szlich;ten Kunst-Aktion werden, die Rügen je gesehen hat. Mehr noch: Entstehen soll die grö&szlich;te Open-Air-Galerie der Welt. Dazu ist geplant, die fünf Blöcke der einst von den Nazis geplanten gigantomanischen Ferienanlage seeseitig künstlerisch zu verhüllen. Die Riesenplane soll Arbeiten von zahlreichen Künstlern zeigen, geht aus einem Exposé hervor, das der OZ vorliegt.
Hinter dieser Idee soll der Dresdner Kunstförderer Arne Nowak stehen, dessen Firma Arne Art Affaires (A3) bereits etliche Aufsehen erregende Projekte initiiert hat. Nowak selbst will die Prora-Idee derzeit allerdings weder bestätigen noch dementieren. Bekannt ist indes, dass er bereits mit Berühmtheiten wie dem Maler Jörg Immendorf oder der Videokünstlerin Ulrike Rosenbach zusammengearbeitet hat. Ebenso mit Nachwuchskünstlern wie Michael Fischer aus Leipzig. Mit ihm verhüllte er in der Messestadt vor drei Jahren bei dem nach eigenen Angaben grö&szlich;ten europäischen Aktionskunstprojekt „Drei Türme Leipzig“ die drei achtstöckigen Plattenbau-Hochhäuser zwischen Hauptbahnhof und Museum der Bildenden Künste. Auch das Axel-Springer-Hochhaus in Berlin wurde in eine Rieseplane gesteckt. Bei anderen Aktionen verhüllte Nowak u. a. den Haupteingang der Bundesgartenschau in Gera und das Hotel „Berlin“. Sein „Friedenspanzer“ stand nicht nur am Brandenburger Tor, sondern auch bei der Documenta in Kassel und zuletzt in der europäischen Kulturhaupstadt Stavanger.
Bei der Verhüllungsaktion in Prora könnten bis zu 1800 Mail-Art-Kunstwerke auf einer Fassadenlänge von 7000 Metern und einer Fläche von 110.000 Quadratmetern angebracht werden. Dazu soll nationalen und internationalen Künstlern angeboten werden, sich für einen dreistelligen Euro-Betrag in Prora zu präsentieren. Jeder Künstler digitalisiert sein Bild und schickt es per E-Mail an die Macher. Dann wird das Bild zunächst auf der Internetpräsenz in die virtuelle Galerie übernommen. Im nächsten Schritt erfolgt eine Vergrö&szlich;erung des jeweiligen Bildes, das anschlie&szlich;end etwa 20 Quadratmeter gro&szlich; auf ein Mesh-Gewebe gedruckt wird. Die entstehende Galerie kann somit von Besuchern aus aller Welt einerseits virtuell im Internet und anderseits auch an Ort und Stelle am Strand von Prora besucht werden. Ob und in welchem Umfang das einzigartige Vorhaben, das auch zum Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde führen könnte, gelingt, hängt auch mit Sponsoren zusammen, die dieses nicht gewinnorientierte Projekt mit unterstützen. So könnten auch Firmen ihr eigenes Unternehmen künstlerisch darstellen lassen. Bereits gesichert sein soll die Anschubfinanzierung für die Verhüllung des grö&szlich;ten Teils von Block V, die zusammen mit dem symbolischen Baubeginn einer geplanten Jugendherberge im Juni einhergehen soll.
Apropos: Auch junge Künstler sollen die Möglichkeit erhalten, sich in der Riesen-Galerie zu verwirklichen. Für alle Mitwirkenden gilt: Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Egal ob Malerei, Grafik, Zeichnung, Fotografie oder abgelichtete Skulpturen – alles ist möglich. Sollte der Platz auf der Seeseite nicht ausreichen, könnten die Blöcke auch landseitig verhüllt werden. Au&szlich;er bei einem Block sollen die Eigentümer bis jetzt alle mit im Boot sein. Die Galerie soll so lange wie möglich hängen bleiben. Auch während der Bauphase an den Blöcken.

GERIT HEROLD (Ostsee Zeitung 13.05.2009 - Kultur)

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